„Wir holen auf“

Einen Digitalisierungsfonds für das Gesundheitswesen fordert der CDU-Politiker und Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses Erwin Rüddel im zweiten Teil des Podcast-Interviews von Transformation Leader. Deutschland liege im internationalen Vergleich zurück, was die Digitalisierung angehe, sagt Rüddel im „Transformation Talk“, betont aber auch, dass die Bundesrepublik nicht zuletzt dank einer schnellen Gesetzgebung aufhole.

Defizite sieht er vor Ort: „Ich stelle immer wieder fest, dass die Infrastruktur in den Krankenhäusern  noch nicht so weit entwickelt ist, dass man in einem guten Jahr die Daten in eine elektronische Gesundheitsakte übermitteln könnte,“ berichtet Rüddel mit Blick auf den für 2021 geplanten flächendeckenden Start der elektronischen Patientenakte und stellt klar: „Wir müssen denen, die wir ans Netz holen wollen, die Möglichkeit geben, sich auf die neue Welt einzustellen.“ Analog zum bestehenden Strukturfonds für den Umbau der Krankenhauslandschaft fordert Rüddel einen digitalen Strukturfonds. Dieser müsse zur Hälfte von den Krankenkassen und zur Hälfte von den Bundesländern finanziert werden.

Die Kritik von Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), an einer patientengeführten statt einer arztgeführten elektronischen Patientenakte nennt Rüddel im „sehr stark interessengeleitet“. Gassen hatte im vorangegangenen Transformation Talk und im Interview der Januarausgabe des Magazins Transformation Leader den medizinischen Nutzen von patientengeführten Akten bezweifelt.