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Radio Wartezimmer

Wie lassen sich volle Warteräume in Arztpraxen vermeiden, gerade in Corona-Zeiten? Patienten von Stefan Spieren warten einfach im Auto – und bekommen dann per Radio Bescheid.

Die UKW-Frequenz 96,8 steht im sauerländischen Wenden nicht für die neusten Hits oder das Beste der 80er und 90er. Wer sein Radio auf diese Frequenz einstellt, sitzt in der Regel in seinem Auto vor der Praxis von Hausarzt Stefan Spieren – und wartet darauf, dass er hineingebeten wird. „Der Neun-Uhr-Termin, bitte“, erklingt es dann beispielsweise.

Die Idee für „Radio Wartezimmer“ hatte der Facharzt für Allgemeinmedizin und Allgemeinchirurgie, als im vergangenen Jahr die kalte Jahreszeit nahte und Coronabedingt nur sehr wenige Patienten im Wartezimmer Platz nehmen durften. „Ich wollte Patienten etwas bieten, damit sie bei schlechter werdendem Wetter nicht draußen warten müssen“, verriet Spieren dem WDR. Er kontaktierte einen befreundeten Techniker. Gemeinsam stöpselten sie eine kleine Box an die Praxis-Telefonanlage, die eine Frequenz bereitstellt – so war „Radio Wartezimmer“ on air. Kostenpunkt: 50 Euro.

Patienten und Personal verringern dadurch die Anzahl der Kontakte – und haben ein geringeres Risiko sich anzustecken. Gegenüber anderen Rufsystemen, wie man sie aus dem Restaurant kennt, hat „Radio Wartezimmer“ einen entscheidenden Vorteil. Denn bei diesen Systemen müsste das Praxispersonal beispielsweise einen Summer aushändigen und später wieder entgegennehmen und dann desinfizieren. Die Patienten anzurufen oder ihnen eine SMS zu schicken hält Stefan Spieren ebenfalls für zu aufwendig. „Auch damit belaste ich das Praxispersonal mit Mehraufgaben“, so der Hausarzt gegenüber dem WDR. „Deswegen ist die Radiolösung ideal.“