Mythos 4: Pflanzen haben nichts im Auto verloren

Die Zukunft des Autos hat begonnen. Es wird weit mehr sein als ein reines Fortbewegungsmittel, sondern vielfältige neue Funktionen übernehmen. Ganz vorne steht dabei die Verbindung zum Thema Gesundheit. Oftmals wird Automotive Health noch belächelt. 7 Mythen gilt es zu überwinden, um zu erkennen, dass das gesunde Auto eine große Zukunft hat.

Von Prof. Dr. David Matusiewicz

Ob Stresserkennung, Entspannung durch Sitzmassagen, Erfassen und Auswerten von Vitaldaten bis hin zur Kontaktaufnahme mit dem Arzt im Notfall – „Automotive Health“ verbindet die Themenfelder Gesundheit mit Mobilität. Wie sieht das Auto der Zukunft aus? Welche Gesundheits- und Wellnessdienstleistungen wird es während der Fahrt bereitstellen können? Und wer hat neben dem Nutzer des Autos Interesse an den erhobenen Daten? Wie auch immer am Ende die Antworten auf diese Fragen ausfallen, das Auto hat eine große Zukunft. Die Argumente, die dagegensprechen, lassen sich widerlegen:

MYTHOS 4

PFLANZEN HABEN NICHTS IM AUTO VERLOREN

Pflanzen sind ein natürlicher Lieferant für Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit, Filter gegen Staub, Kohlenstoffdioxid und andere giftige Stoffe sowie natürliche Temperaturregler in heißen Sommermonaten. Sie können dauerhaft mehr Leistung bringen als eine normale Klimaanlage. Wissenschaftliche Studien bestätigen die besondere Filterungsleistung mancher Pflanzen. Beispiele hierfür sind der Bogenhanf (Sansevieria), der dank eines hohen Feuchtigkeitsanteils und seiner großen Blätter Luft gut filtern kann. Oder der Efeu (Hedera), der Benzol, Formaldehyd, Trichlorethen und Xylole filtern kann. Das ist kein Witz. In Zukunft werden in einem Glasgefäß Pflanzen vor mechanischen Einwirkungen geschützt, während Luft durch das Wurzelwerk strömt und so die Luftqualität im Fahrzeuginnenraum verbessert. Somit erzeugt die Pflanze ständig frischen Sauerstoff. Tief durchatmen im Stau, bitte.



David Matusiewicz ist Professor für Medizinmanagement an der FOM Hochschule – der größten Privathochschule in Deutschland. Seit 2015 verantwortet er als Dekan den Hochschulbereich Gesundheit & Soziales und leitet als Direktor das Forschungsinstitut für Gesundheit & Soziales (ifgs). Darüber hinaus ist er Gründungsgesellschafter des Essener Forschungsinstituts für Medizinmanagement (EsFoMed GmbH) und unterstützt als Gründer beziehungsweise Business Angel technologiegetriebene Start-ups im Gesundheitswesen.

Der vorliegende Beitrag basiert auf der im Winter 2019 von der FOM-Hochschule in Düsseldorf veranstalteten zweiten „Automotive Health Conference“ in Deutschland. Zahlreiche Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft gaben einen Überblick über aktuelle Entwicklungen des neuen Geschäftsfeldes „Automotive Health“ und diskutieren anhand praktischer Anwendungsbeispiele Chancen und Grenzen der neuen Technologien.

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