Anzeige

„Mehr geschafft als geplant“

Beim Pumpenspezialisten Seepex hat die Coronapandemie gezeigt, wie gut digitale Führungskräftetrainings funktionieren können – und wie sehr das Lernen mit Virtual-Reality-Brillen in Zukunft helfen könnte.

„Wir haben schon vor neun Jahren ein digitales Lern-Managementsystem bei uns eingeführt. Los ging es mit Einheiten, in denen neue Mitarbeiter in mittlerweile 70 Ländern das Unternehmen und unser Kernprodukt kennenlernen. Später kamen beispielsweise digitale Pflichtunterweisungen und ein Pilot-Projekt mit Virtual-Reality- Brillen hinzu.

Obwohl wir schon vor Beginn der Coronapandemie sehr aktiv waren, hat sich im vergangenen Jahr noch einmal verstärkt gezeigt, was alles möglich ist. So hatten wir ein Führungskräftetraining in Präsenz für alle Managing-Direktoren weltweit geplant. Es war ursprünglich auf zwei bis drei Tage angesetzt. In der digitalen Form haben wir es dann in Einheiten à 45 Minuten über mehrere Tage beziehungsweise Monate verteilt. Und das hat sehr gut funktioniert: Wir haben dadurch sogar mehr Module geschafft als ursprünglich geplant! Diese Onlinemaßnahme schaffte Flexibilität und auch das zeit- und ortsunabhängige Lernen in diesem Fall kam insbesondere den Führungskräften sehr entgegen. Und das alles, obwohl unser Kursleiter Coronabedingt in Singapur festsaß. Er hat den Kurs dann einfach von dort aus geleitet.

In Zukunft wollen wir verstärkt Onlineeinheiten in der Vor- und Nachbereitung von Präsenztrainings einsetzen. Denn häufig ist der Wissensstand vor einem Seminar recht unterschiedlich. Durch die digitale Vorbereitung lassen sich alle Teilnehmer gut auf einen Stand bringen. Durch die Nachbereitung lässt sich prüfen, was tatsächlich gelernt wurde und wo wir möglicherweise noch einmal nachbessern müssen. Insgesamt ist die Akzeptanz für Online-Lernformate im Unternehmen gestiegen. Wir planen, in absehbarer Zeit Virtual-Reality-Brillen bei Trainings einzusetzen. Damit können unsere Mitarbeiter dann beispielsweise lernen, wie man eine Pumpe auseinandernimmt und wieder zusammensetzt. Vor der Coronapandemie hätte man zunächst einmal intern kräftig für solche Lernformate werben müssen. Schließlich ist das aufwendig: Die Brillen sind noch recht teuer, erst einmal müssen Daten für die Trainings zusammengestellt werden. Bei einem Mittelständler wie uns, kommt dann schnell die Frage auf: Stehen Aufwand und Nutzen im Verhältnis? Die Coronapandemie hat aber allen vor Augen geführt, wie sehr uns die Technik helfen könnte. Lange Reisezeiten würden wegfallen. Pumpen, an denen die Teilnehmer trainieren, müssten nicht in andere Länder verschickt werden. Wenn ich jetzt bei uns herumfragen würde, ob wir starten, würde statt Zweifeln die Rückfrage kommen: Wo können wir die Brillen bestellen?

Wir haben aber auch festgestellt, wo die Grenzen für das Onlinelernen liegen. Wir haben zwar viele neue Lernmodule erstellt und mit Gruppen im virtuellen Klassenzimmer gearbeitet. Aber wir merken in letzter Zeit: Die Motivation schwindet. Die Mitarbeiter wollen sich auch mal wieder persönlich begegnen. Sie wollen zum Beispiel die Pumpen anfassen. Und Rollenspiele kann man natürlich auch online umsetzen, aber das funktioniert lange nicht so gut wie in einem entsprechenden Format vor Ort.“

Susanne Kollmeier ist bei der Seepex GmbH verantwortlich für das Global Training Management. Seepex ist ein weltweit führender Spezialist in der Pumpentechnologie.


ANZEIGE