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Historisches Projekt

Pharmaunternehmen arbeiten weltweit an einem Impfstoff gegen Covid-19, eine nie da gewesene, globale Kraftanstrengung. Die ersten klinischen Studien laufen, doch noch ist aber unklar, ob eine Immunisierung auf diesem Weg zu erreichen ist. Ein entscheidendes Mittel zur Eindämmung der Pandemie bis dahin: Testen, testen, testen. Eine deutsche Firma ist da Vorreiter.

Von Dr. Stephan Balling

Maske, Abstand, Testen – dieser Dreiklang scheint sich als Königsweg im Kampf gegen die Pandemie zu beweisen, zumindest bis ein zentraler vierter Ton dazukommt – die Impfung. Es dürfte aber wohl noch etwas dauern, bis ein stimmiger Vierklang ertönt, obwohl die Pharmaindustrie weltweit unter Hochdruck an einem Mittel forscht.

„Es gab noch nie in der Geschichte eine so große Welle an Investitionen und neuen Projekten gegen einen neuartigen Krankheitserreger“, sagte Dr. Siegfried Thom, Geschäftsführer Forschung, Entwicklung und Innovation beim Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) Mitte Juli bei „ZENO to go“. Krankenhäuser, ambulante Leistungsanbieter, Pflegeheime und Pharmaindustrie – Covid-19 fordert alle Akteure im Gesundheitswesen.

Für die Pharmaindustrie zeichnete vfa-Experte Thom ein vorsichtig optimistisches Bild mit Blick auf einen möglichen Impfstoff, zeigte aber auch die Probleme auf. Noch sei schließlich nicht klar, ob sich nach einer Infektion wirklich dauerhaft Antikörper bildeten, sodass Patienten immun werden, oder ob es sogenannte Gedächtniszellen gebe, die im Fall einer Neuinfektion schnell neue Antikörper bilden würden. Für einen möglichen Impfschutz bedeute dies: „Heute kann niemand sagen, wie lange ein Impfschutz halten würde, manche gehen von einem Jahr aus, vielleicht auch nur sechs Monate, vielleicht auch viel länger.“

Solange der Impfstoff nicht vorhanden ist, setzen Pharmaunternehmen auf das Thema Testen, allen voran die im US Technologieindex Nasdaq gelistete deutsche Firma Centogene und ihr CEO und Gründer Prof. Dr. Arndt Rolfs. Am 5. Mai erklärte er bei „ZENO to go“: „Wir hatten relativ früh die klare Überzeugung, dass es sich nicht um eine chinesische Seuche oder Pest handelt, sondern dass wir aufgrund der Tatsache, dass 80 bis 90 Prozent der Patienten keinerlei Beschwerden haben, garantiert davon ausgehen konnten, dass sich diese Epidemie über den gesamten Globus ausbreitet.“ Bereits Anfang Februar habe er deshalb entschieden, einen massentauglichen Test für den direkten Virusnachweis zu entwickeln, der drei Voraussetzungen erfüllen sollte: Erstens weitgehend unabhängig von den sich verknappenden Lieferwegen zu sein, zweitens sollte der Test die maximale Sensitivität im Nachweis einer frühen Infektion haben und drittens sollte es sich um einen Test handeln, der sich in einem sehr vernünftigen Finanzumfang bewegt.

Am 23. Juli verkündete Centogene, den ersten Test für zu hause auf SARS-CoV-2-Virus-RNA anbieten zu können. Dieser ist über den Versandhändler Amazon in Deutschland erhältlich.

„Ein präventives Testen mit niederschwelligem Zugang stellt eine wichtige und ergänzende Maßnahme dar, um Infektionsketten zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erkennen und zu unterbrechen“, sagte Rolfs laut Pressebericht. In Kombination mit den bereits etablierten Maßnahmen könne eine ganzheitliche Covid-19-Testlösung „eine Rückkehr zu einer neuen Normalität“ ermöglichen. „Diese ist eine wichtige Voraussetzung, um Schulen wieder mit regulärem Betrieb zu betreiben, Konzerten beizuwohnen oder einfach unsere Familien besuchen zu können“, führte der Centogene-CEO weiter aus.


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