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„Führungskräfte sollten die Einsatzmöglichkeiten selbstlernender maschineller Systeme kennen“

Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko

Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko über die Rolle von KI bei der Transformation des Gesundheitswesens und die Kooperation des ATLAS-Projekts mit Transformation Leader.

Frau Prof. Bohnet-Joschko, welche Rolle spielt künstliche Intelligenz (KI) bei der Transformation des Gesundheitswesens?

Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die Gesundheitsversorgung und alle damit verbundenen Prozesse fundamental zu verändern, etwa über Entscheidungsunterstützung in Diagnostik und Therapie, durch verstärkte Einbindung von Patienten und Hilfe bei der Navigation durch das System bis hin zu Prozessen in F&E, Produktion und Administration. KI-Ansätze können dazu beitragen, Krankheiten früher zu erkennen, Patienten besser zu versorgen und Kosten zu sparen. Allerdings sind viele grundlegende Probleme beim Einsatz von KI noch zu lösen. Dazu gehören vor allem ethische Fragen zu Transparenz, Verantwortung und Haftung.

Was bedeutet KI für das Management von Krankenhäusern, Krankenkassen und Gesundheitsindustrie?

Führungskräfte im Gesundheitswesen müssen sich wie in anderen Bereichen der Wirtschaft auch mit den neuen Technologien vertraut machen. Sie sollten die Einsatzmöglichkeiten selbstlernender maschineller Systeme kennen und um deren Abhängigkeit von geeignet großen und „guten“, qualitätsgesicherten Datensätzen wissen. Vor allem aber müssen sie verstehen, wie diese Technologien ihre Unternehmen, die Geschäftsmodelle und Märkte verändern werden. Wichtig ist, die eigenen Mitarbeiter dabei mitzunehmen und diesen Zugang zu neuem Wissen zu verschaffen. Digital Upskilling wird künftig mit darüber entscheiden, ob eine Organisation zukunftsfähig ist.

Wie geht das ATLAS-Projekt das Thema KI an?

Wir scannen systematisch eine ganze Reihe von Datenbanken und weiteren Quellen im Hinblick auf digitale Innovationen in der Gesundheitswirtschaft. KI spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wenn wir ein neues interessantes Projekt identifiziert haben, dann suchen wir nach Studien zu dieser Technologie und ihrem Einsatz. Auf Basis der wissenschaftlichen Literatur berichten wir dann darüber. So unterstützt der ATLAS den Theorie-Praxis-Transfer. Mittlerweile haben wir mehr als hundert Artikel auf unserer Internetseite veröffentlicht. Health Professionals sollen damit eine Orientierung im Feld der Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft erhalten.

Wie kam es zur Kooperation des ATLAS Digitale Gesundheitswirtschaft mit Transformation Leader?

Im ATLAS-Projekt forschen wir zu den gesellschaftlichen Wirkungen der digitalen Transformation und analysieren aktuelle Digitalisierungstrends in der Gesundheitswirtschaft. Transformation Leader versteht sich als Impulsgeber, damit die Digitalisierung des Gesundheitswesens gelingt. Der ATLAS ist komplett digital, bei Transformation Leader hält man ein schönes Printprodukt in der Hand. Ich freue mich über die Kooperation: Wir bündeln dadurch wissenschaftliche Kompetenz und publizistisches Know-how.


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