Anzeige

Die Revoluzzer der Gesundheitsbranche: Neurostimulatoren

zur Schmerztherapie

Von Jennifer Garic und Jerome Busch

Die Entdeckung von Penizillin half Millionen Menschen weltweit. Heutige Neuerungen in der Gesundheitsbranche sind hingegen oft technischer Natur und nutzen neuartige Stoffe und Verfahren, um Krankheiten zu heilen, vorherzusagen oder zu lindern. Einige davon haben die Chance, das „neue Penizillin“ zu werden und die Gesundheitsbranche zu revolutionieren.

Einige Menschen leiden an chronischen Schmerzen, teilweise ihr Leben lang. Schmerzmittel lindern den Schmerz, können ihn oft aber nicht beseitigen. Gängige Schmerzmittel wie Aspirin und Ibuprofen verhindern, dass ein Botenstoff an die Nervenenden andocken und so das Schmerzsignal aussenden kann. Dieses wird dann über die Nervenlaufbahnen ins Hirn weitergeleitet, das dem Menschen sagt: Da tut es weh! Opioide wiederum docken direkt im Hirn oder Rückenmark an und hemmen so die Weiterleitung des Schmerzsignals. Der Effekt erleichtert vielen Patienten das Leben – doch es gibt ein Risiko: Schmerzmittel wie Opioide können abhängig machen.

Anders ist das bei Neurostimulatoren. Sie machen sich die Funktionsweise von Nerven zunutze. Der Körper leitet Impulse wie Schmerzen über ein elektronisches Signal per Rückenmark zum Gehirn. Neurostimulatoren grätschen an dieser Stelle rein. Patienten bekommen sie direkt an das Rückenmark transplantiert. Dort fangen die Neurostimulatoren die Schmerzimpulse ab und überschreiben sie. Im Gehirn kommt dann ein nicht verwertbares Signal an. Dementsprechend wird keine Schmerzempfindung ausgelöst. Das Signal der Neurostimulatoren kann sich laut Beschreibung der Hersteller wie ein leichtes Vibrieren oder Kitzeln anfühlen.

Abgesehen davon, dass ein Teil der Patienten somit komplett auf Schmerzmedikamente verzichten könnte, gibt es noch einen weiteren Vorteil: Wer ein solches Transplantat hat, kann über eine externe Fernbedienung oder Smartphone-App einstellen, wie stark das Signal sein soll – also wie sehr der Neurostimulator die Schmerzen lindern soll. Der behandelnde Arzt legt vorher einen Korridor fest, in dem der Patient dann selbst je nach Bedürfnis nachregulieren kann. Manche Geräte erkennen sogar, ob der Patient geht, steht oder liegt. Sie passen die Dosis der Stimulation dann der Situation an.

Die Neurostimulatoren gibt es in verschiedenen Größen. Während manche eine kleine Beule am Rücken formen, sind andere gerade einmal 1,3 Millimeter breit. Um zu testen, ob die Elektroimpulse den Schmerz des Patienten lindern, können diese die Therapie über einen externen Zugang testen, bevor sie sich für das Implantat entscheiden. Sind sie einmal im Körper, können sie chronische Schmerzen je nach Bedarf lindern und so das Leben der Patienten erleichtern.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Erfindung zum Einsatz kommt?


Die Revoluzzer der Gesundheitsbranche: