Anzeige

Die digitale Transformation beschleunigen

Gesa Steidel, Chief Administrative Officer des Gesundheits-IT-Spezialisten KMS Vertrieb und Services AG

Endlich geht es voran mit der Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern. So zeigt zum Beispiel eine Pilotanwendung für den Elisabeth Vinzenz Verbund und das Städtische Klinikum Braunschweig, wie Laborinformationssysteme Ärzten und Klinikmanagement helfen können, bessere Entscheidungen zu treffen.

Von Gesa Steidel, Chief Administrative Officer des Gesundheits-IT-Spezialisten KMS Vertrieb und Services AG

Transformation Leader 2021

Lange hat es gedauert, bis sich die Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern beschleunigt hat. Nun zeigt sich – primär verursacht durch coronabedingten Zwang wie auch das Krankenhauszukunftsgesetz –, dass es eben doch geht. Wir sehen, dass Krankenhäuser echte Innovationsprojekte durchführen können: Sei es die Einbindung von künstlicher Intelligenz in den Patientenpfad, wie zum Beispiel bei der Verweildauerprognose, oder die Visualisierung von Prozessen und großen Datenmengen um Ineffizienzen zu offenbaren. Zudem steigt die Zahl der Start-ups, die Lösungen für Leistungsempfänger und -erbringer auf dem Markt etablieren, stetig. Und so wächst in mir die Hoffnung, dass wir uns auf dem Weg befinden, echtes Wissen aus unseren Gesundheitsdaten zu schöpfen und die Planung der deutschen Gesundheitswirtschaft am tatsächlichen Bedarf auszurichten.

Ein Projekt, mit dem ich mich persönlich im kommenden Jahr beschäftigen werde, ist der DataTower, eine datenbasierte Innovationsplattform. Als single point of quality wollen wir damit die bestmögliche Transparenz der vorhandenen Daten aller am Patientenpfad beteiligten Lösungsanbieter in ihrem jeweiligen Ökosystem ermöglichen. Die Anwendung zeigt, wie Technisierung, Digitalisierung und Vernetzung sinnvoll für alle Leistungsempfänger und Leistungserbringer im Gesundheitswesen eingesetzt werden können. Alle Daten, die die angeschlossenen Leistungserbringer, der Patient, seine Wearables etc. sammeln, sind zentral und sicher abgelegt.

Wir haben hierzu bereits ein Leuchtturmprojekt gestartet, zu dem bereits ein Antrag im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes erfolgreich war. Gemeinsam mit dem Elisabeth Vinzenz Verbund und dem Städtischen Klinikum Braunschweig realisieren wir gerade die erste Pilotanwendung. Dabei geht es um Laborinformationssysteme. Dieser Bereich ist besonders datenreich und bietet viel Potenzial für Prozessverbesserungen. Dieses grundlegende Werkzeug ist die ideale Unterstützung für Ärzte im Klinikalltag: Da Labordaten eine Entscheidungsgrundlage für das Entlassmanagement darstellen, heben wir auch wirtschaftliche Potenziale für das operative Klinikmanagement. Durch standardisierte Schnittstellen und eine einheitliche Oberfläche können im Hintergrund beliebige Datenquellen angeschlossen werden – und auch wieder abgetrennt werden – ohne dass im Krankenhaus Aufwand entsteht. Die Oberfläche bleibt gleich und die Anbindung funktioniert automatisiert. Durch die Automatisierung von zeitintensiven, repetitiven Aufgaben verschafft das System Zeit für wichtigere Aufgaben.

Unsere Vision ist es, mit der Anwendung ein digitales Ökosystem zu schaffen, das Interoperabilität herstellt, um eine digitale Transformation zum Patientennutzen umzusetzen. Daten und ihre sinnhafte interoperable Nutzung werden die Zukunft des Gesundheitswesens maßgeblich verändern – und letztlich den Patienten, dem medizinischen Personal und dem Klinikmanagement helfen.