Bevor das Material knapp wird – wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Praxen und die Industrie jetzt Nachschub sichern

Schutzmasken sind ein rares Gut. Zwar scheinen Krankenhäuser ihren Bedarf mittlerweile decken zu können, aber Pflegeheime und der ambulante Sektor – Praxen und Pflegedienste – kämpfen um jeden Gesichtsschutz. Und erste Kliniken berichten über einen Mangel an Perfusoren oder Anästhesiemittel. Wie lässt sich das Problem strategisch angehen?

Ruf nach mehr Steuergeldern fürs Gesundheitssystem

Dem Gesundheitsfonds der Krankenkassen drohen möglicherweise schon bald finanzielle Engpässe, wenn die Politik nicht Maßnahmen ergreift. Der Vorsitzende des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK), Franz Knieps, sagte diese Woche beim Live-Webcast ZENO to Go: „Wir werden in den nächsten zwei bis drei Wochen über Geld sprechen müssen.“

Ruf nach Exitstrategie für das Gesundheitswesen

Freie Betten in Krankenhäusern, um für einen möglichen Ansturm von Corona-Patienten gerüstet zu sein, verschobene elektive Leistungen: Diese Situation muss zeitlich begrenzt sein, darüber herrschte am Mittwochmittag Einigkeit bei „ZENO to Go“ mit Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, und Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS).

Atmendes Krankenhaus-System statt Überkapazitäten

Trotz Corona-Krise muss der Umbau der Struktur der Krankenhäuser in Deutschland weitergehen. Das machte der Gesundheitspolitiker Lothar Riebsamen deutlich, krankenhauspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bei „ZENO to go“, dem täglichen Live-Webcast zur Situation der Krankenhäuser während der Corona-Krise, sprach sich Riebsamen für ein „atmendes System aus“.

Dokumentation bleibt Trumpf, auch bei Corona

Krankenhäuser müssen auch in der Corona-Situation streng darauf achten, Abweichungen von Facharzt- und Pflegestandards sowie Triageentscheidungen nachvollziehbar festuhalten. „Wichtig ist, dass diese Dinge dokumentiert werden“, sagte die Medizinanwältin Prof. Dr. Alexandra Jorzig am Mittwochmittag bei „ZENO to go“.

Unsicherheit in der Reha

Für Rehakliniken scheint die aktuelle Corona-Krise besonders viele wirtschaftliche wie versorgungsrelevante offene Fragen mit sich zu bringen. Das zeigen die Aussagen von Dr. Ursula Becker, Geschäftsführerin der Dr. Becker Klinikgruppe, bei ZENO to go am Freitag.

35 Prozent leere Betten

Derzeit herrscht in den Krankenhäusern Ruhe vor dem drohenden Sturm. Laut Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV) weisen die evangelischen Kliniken derzeit eine um 35 Prozent geringere Belegung aus, weil Betten freigehalten werden für den Fall, dass sich die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, deutlich erhöht.