Antikörpertest auch nicht die Lösung für Corona

Hygieneregeln und persönliche Schutzausrüstung bleiben die entscheidenden Maßnahmen im Kampf gegen den Corona-Virus, insbesondere auch in Krankenhäusern. Der seit einer Woche erhältliche Antikörpertest, mit dem Mitarbeiter und Patienten in Kliniken und Pflegeheimen auf Immunität gegen Covid-19 getestet werden können, ist offenkundig nicht ausreichend zuverlässig. Das machte Prof. Dr. Sebastian Lemmen, Leiter des Zentralbereichs für Krankenhaushygiene und Infektiologie um Universitätsklinikum Aachen, am Mittwochmittag bei ZENO to go deutlich.

Zum einen sagte Lemmen, dass die Firmen bisher noch nicht ausreichend viele Test-Kits für den Corona-Antikörpertest produzieren könnten, um Deutschland oder zumindest Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen flächendeckend beliefern zu können. Die Kits seien auch erst seit einer Woche erhältlich. Zum anderen liege die Treffergenauigkeit der Antikörper-Tests bei nur 94 Prozent. Mathematisch hochgerechnet ergebe dies, dass jeder zweite positive Text – also der Nachweis von Antikörpern und Immunität – falsch sei. Außerdem nannte Lemmen einen weiteren Punkt: Es sei nicht sicher, ob aus dem Vorhandensein von Antiköpern tatsächlich Immunität abzuleiten sei.

Im Kampf gegen das Corona-Virus bleibe also vorerst nur, auf Selbst- und Fremdschutz zu achten. Hygiene sei im Krankenhaus schon vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie ein wesentliches Thema gewesen, das Tragen von Schutzmasken sei dort mittlerweile guter Standard. Wie wichtig die Einhaltung dieser Maßnahmen ist und was gegebenenfalls für rechtliche Konsequenzen drohen, wenn Krankenhäuser nicht hundertprozentig auf Hygieneregeln achten oder im Ernstfall Meldepflichten vernachlässigen, erklärte Bianca Meier, Fachanwältin für Medizinrecht bei consus clinicmanagement.


Anzeige