7 Mythen zu Automotive Health

Die Zukunft des Autos hat begonnen. Es wird weit mehr sein als ein reines Fortbewegungsmittel, sondern vielfältige neue Funktionen übernehmen. Ganz vorne steht dabei die Verbindung zum Thema Gesundheit. Oftmals wird Automotive Health noch belächelt. 7 Mythen gilt es zu überwinden, um zu erkennen, dass das gesunde Auto eine große Zukunft hat.
Wir präsentieren eine Woche lang jeden Tag einen Mythos.

Von Prof. Dr. David Matusiewicz

Ob Stresserkennung, Entspannung durch Sitzmassagen, Erfassen und Auswerten von Vitaldaten bis hin zur Kontaktaufnahme mit dem Arzt im Notfall – „Automotive Health“ verbindet die Themenfelder Gesundheit mit Mobilität. Wie sieht das Auto der Zukunft aus? Welche Gesundheits- und Wellnessdienstleistungen wird es während der Fahrt bereitstellen können? Und wer hat neben dem Nutzer des Autos Interesse an den erhobenen Daten? Wie auch immer am Ende die Antworten auf diese Fragen ausfallen, das Auto hat eine große Zukunft. Die Argumente, die dagegensprechen, lassen sich widerlegen:

MYTHOS 1: AUTOMOTIVE HEALTH IST NUR EIN MARKETINGGAG DER VERZWEIFELTEN AUTOMOBILBRANCHE

Automotive Health klingt nach etwas „ChiChi“ im Auto: Computer sammeln Daten aus dem Navigationssystem, messen die Luftqualität, lassen Wetterdaten und Warnhinweise in einen großen Datentopf mit einfließen. Am Lenkrad befindet sich ein Pulsmessgerät oder der Bordcomputer ist mit dem Wearable, etwa einer Smartwatch, des Fahrers verbunden, und nimmt darüber weitere Gesundheitsdaten auf. Diese Daten sollen Rückschlüsse auf das Wohlbefinden des Fahrers ermöglichen und beispielsweise eine Regeneration anregen mit dem Ziel, den Fahrer in Balance zu halten. Weitere Facetten sind in der Diskussion. Fakt ist: Die Automobilbranche hat es heute aufgrund des Abgasskandals auf der einen Seite und die Elektrifizierung auf der anderen Seite schwer. Sie sucht nach neuen Verkaufsargumenten für das Auto. Wenn es aber darum geht, dass bei einem Herzinfarkt Sauerstoff in die Kabine gepumpt wird und das Auto selbstständig als transformierter „Rettungswagen“ in ländlichem Raum in die Notaufnahme fährt und die Kliniken darüber sprechen, wie Sie mehrere Notfallboxen installieren müssen, um die vielen privaten „Rettungswagen“ zu empfangen, dann reicht diese Zukunftsvision weit über reines Marketing hinaus. Und zufällig entspricht das Alter derjenigen, die einen ersten Herzinfarkt erleiden, denjenigen, die auch zum ersten Mal einen Neuwagen anschaffen.



David Matusiewicz ist Professor für Medizinmanagement an der FOM Hochschule – der größten Privathochschule in Deutschland. Seit 2015 verantwortet er als Dekan den Hochschulbereich Gesundheit & Soziales und leitet als Direktor das Forschungsinstitut für Gesundheit & Soziales (ifgs). Darüber hinaus ist er Gründungsgesellschafter des Essener Forschungsinstituts für Medizinmanagement (EsFoMed GmbH) und unterstützt als Gründer beziehungsweise Business Angel technologiegetriebene Start-ups im Gesundheitswesen.

Der vorliegende Beitrag basiert auf der im Winter 2019 von der FOM-Hochschule in Düsseldorf veranstalteten zweiten „Automotive Health Conference“ in Deutschland. Zahlreiche Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft gaben einen Überblick über aktuelle Entwicklungen des neuen Geschäftsfeldes „Automotive Health“ und diskutieren anhand praktischer Anwendungsbeispiele Chancen und Grenzen der neuen Technologien.

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