35 Prozent leere Betten

Derzeit herrscht in den Krankenhäusern Ruhe vor dem drohenden Sturm. Laut Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV) weisen die evangelischen Kliniken derzeit eine um 35 Prozent geringere Belegung aus, weil Betten freigehalten werden für den Fall, dass sich die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, deutlich erhöht. Bei vielen Krankenhäusern schlage dies auch wirtschaftlich durch, allerdings sei die Liquidität bei den gut 200 evangelischen Kliniken bis Ende April gesichert, sagte Radbruch am Mittwochmittag im Webcast „ZENO to go“.

Nach der derzeitigen Viruskrise werde es unter anderem darum gehen zu überprüfen, welche Krankenhäuser wie viele Corona-Patienten behandelt haben mit welchen wirtschaftlichen Folgen. Radbruch sprach sich für Solidarität aus, die Kliniken dann untereinander üben sollten.

Was das in Deutschland vorhandene Schutzmaterial – etwa Gesichtsmasken – angehe, gebe es derzeit keine verlässlichen Zahlen. Radbruch sagte, viele insbesondere junge Ärzte hätten große Sorgen mit Blick auf die im schlimmsten Fall anstehenden ethischen Fragen, etwa wenn es darum gehe, Patienten wie in Italien zu triagieren. Dort müssen Ärzte teilweise entscheiden, welcher Patienten eine künstliche Beatmung erhält, und welchem diese aus Kapazitätsgründen verweigert werden muss, mit der Folge des Todes. Auch stünden Ärzte und Pflegefachpersonen unter gewaltigem psychosozialen Druck. Die evangelischen Krankenhäuser befassen sich derzeit intensiv mit diesen ethischen Fragen, sagte Radbruch.

ZENO to go 01.04.20